Psychoanalyse (PA)

Die Psychoanalyse wurde um 1890 von dem Wiener Neurologen Dr. Sigmund Freud begründet. Sie beschäftigt sich mit der Untersuchung und des tiefen Verstehens der Seele.

Sie versteht sich als Wissenschaft, Methodik und Therapieform. Sie ist einerseits eine Theorie über unbewusste, psychische Vorgänge, welche sich seit Freud in unterschiedlichen psychoanalytischen Schulen weiterentwickelt hat. Gleichzeitig kann man sie als Theoriegebäude verstehen, welches versucht, das Erleben, Denken und Verhalten bei Menschen, Gruppen oder Kulturen zu verstehen. 

Im medizinischen Zusammenhang ist sie eine aufdeckende Psychotherapieform, welche versucht, dem Menschen ein sehr tiefes Verständnis über die meist unbewussten Zusammenhänge seines psychischen Leidens, seiner körperlichen Symptome und damit auch seines Lebens zu vermitteln. Auch hier spielen unbewusste Konflikte, unverstandene Wünsche, schwierige Erlebnisse und Erfahrungen während der Kindheit eine große Rolle, die das Leben des Einzelnen häufig auf unterschiedliche Art und Weise in der Gegenwart beeinflussen.

Die Psychoanalyse findet klassischer Weise in 3-4 Sitzungen pro Woche von je 50 Minuten statt und verläuft häufig über mehrere, meist drei Jahre (bis zu 300 Sitzungen). Der Patient/in liegt auf einer Couch und der Analytiker/in sitzt hinter ihm/ihr. Durch freie Assoziation des Analysanden und gleichschwebender Aufmerksamkeit der Analytikers versucht man, anhand von Regression und Übertragungen, die unbewussten Motive und Muster des Analysanden aufzuspüren, zu deuten und innerhalb der Psychodynamik des Analysanden zu verstehen. 

Ziel ist auch hier die Bewusstwerdung des eigenen Seins im Rahmen von unbewussten Konflikten, Wünschen, Motiven und Mustern, um eine innere Weiterentwicklung zu gewährleisten, das Leiden und/oder mögliche Symptome zu reduzieren und das eigene Potential zu leben.